Dies freut uns besonders:

Versorgung nach Oberschenkelamputation durch das Sanitätshaus West (ehemals Müller)

Nach meiner Amputation bin ich sehr lange schlecht prothetisch versorgt gewesen. Der erklärte Grund dafür war, dass ich bei einer Körpergröße von 198 cm einen sehr kurzen Oberschenkelstumpf habe. Erschwerend kam hinzu, dass man in den 90ern keine wirklichen Vergleiche hatte, seine Möglichkeiten und/oder Versorgung richtig beurteilen zu können.

Durch viel Glück und Zufall bin ich Mitte der 90er zum Sanitätshaus Müller – damals noch in Düsseldorf Oberkassel – gekommen. Ja, es war tatsächlich noch ein Holzbein, das für Herrn Müller Sen. zur Begutachtung stand. Neben den technischen Begriffen wie Adduktoren, Tuber, Statik etc., die ich bis dahin noch nie gehört hatte, kam dann der erlösende Satz „Damit kann man nicht schmerzfrei laufen“. Es lag also nicht an mir, dass der Endstumpf ständig offen war und jeder Schritt wohl überlegt sein wollte. Hier wurde also auch der Patient erkannt. Das tat gut.

Einige Probleme waren zu lösen. Der Schaft wurde so angepasst, dass nach und nach Stumpfendkontakt hergestellt wurde bis der Stumpf entzündungsfrei wurde. Der Sitz des Schaftes wurde sehr pragmatisch durch Einkleben von Pads stabilisiert. Dann wurde noch die Statik so umgestellt, dass selbst bei meiner Größe schmerzfreie Schritte möglich wurde. Zur Statik – die damals schon mit Laser kontrolliert wurde -, lernte ich dann bei aller Technik das einfache Geheimnis: „Ein gutes Bein, steht von allein“.

Bereits Ende der Neunziger war „Bionic“ Thema im Hause Müller, obwohl es den Begriff noch gar nicht gab. So bekam ich mein erstes „CLEG“ mit elektronischer Steuerung schon 1999. Der Bau meiner neuen Prothese lief erwartungsgemäß professionell. Besonders beeindruckt war ich jedoch davon, dass zunächst ein „Glas“-Schaft montiert wurde. Ich hatte damit eine Woche die Möglichkeit evtl. Schwachstellen oder Probleme im Schaft zu ermitteln. Nach einigen kleinen Anpassungen wurde dann der endgültige Schaft mit optimaler Form hergestellt. Mit diesem System bin ich über zehn Jahre optimal versorgt gewesen. Eine neue Versorgung wurde nur erforderlich, weil ich über die Gewährleistung (10 Jahre) von Otto-Bock hinausgelaufen war.

Technik ist jedoch nur ein Aspekt bei der Versorgung. Im Sanitätshaus West fühle ich mich gut aufgehoben, weil das Team die Technik individuell nach den Möglichkeiten und Anforderungen der Patienten empfiehlt. Ein sehr gutes Gespür, wie der Patient tickt, ist ebenso wichtig und individuell wie der Schaft, der auch erst dann herausgegeben wird, wenn der Patient sagt er passt. Um die individuell beste Versorgung bei der Krankenkasse durchzusetzen, steht mir das Sanitätshaus ebenfalls immer absolut kompetent zur Seite. Es ist es schön zu wissen, dass die Mitarbeiter stets auf topaktuellem Wissensstand sind, und Zweiflern bei der Bewilligung damit auch immer ein Stück voraus.

Nach nun mehr als zwanzig Jahren, betreut durch das Sanitätshaus West, bin ich froh, dass Herr Müller jun. Das Unternehmen mit gleichem Engagement, Fachwissen und Idealismus seit 2009 weiterführt.
Inzwischen habe ich diverse Schäfte, einige Systeme und jede Menge Tipps bekommen. Heute laufe ich ein Genium-System. Meine Mobilität habe ich zum großen Teil Herrn Müller und seinem Team zu verdanken. Ich bin trotz Prothese kaum eingeschränkt in meinem Alltag. Ich arbeite, gehe sehr schnell und sicher, fahre Fahrrad und ziehe, wenn es sein muss, auch mal ein 9 Tonnen-Boot aus der Schleuse. Die Prothese ist so sehr ein Teil von mir geworden, dass ich sie tatsächlich nur noch zum Duschen und Schlafen ablege.

Norbert Müller, Düsseldorf

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